Donnerstag, 18. Februar 2016

Hamburger Note zur Digitalisierung des kulturellen Erbes

Die Hamburger Note zur Digitalisierung des kulturellen Erbes weist auf die komplizierte Rechtesituation bei der Digitalisierung von urheberrechtlich geschützten Werken in Archiven, Bibliotheken und Museen hin. Sie ist ein deutliches Plädoyer für eine Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die Digitalisierung in Kulturinstitutionen erfordert bislang einen sehr hohen Einsatz von Ressourcen für die Klärung des urheberrechtlichen Status von Werken, so dass die Wahrung des kulturellen Erbes in Deutschland nur extrem zeit- und kostenaufwendig und zu Teilen möglich ist. Die erheblichen Ressourcen die für die Lösung der Rechtsfrage aufgewendet werden fehlen den Kulturinstitutionen und kommen noch nicht einmal den Urhebern zugute. Eine umfassende Digitalisierung des kulturellen Erbes wird damit noch auf Jahrzehnte hinaus nicht möglich sein, solange Kulturinstitutionen für jedes einzelne Objekt den urheberrechtlichen Status klären müssen. Augenscheinlich wird dies bei den sogenannten „verwaisten Werken“, bei denen die Hürden für eine Nutzung auch nach der neuen gesetzlichen Regelung extrem hoch sind. Bei Büchern hingegen wurde eine Lösung gefunden die im Zusammenspiel mit den Verwertungsgesellschaften eine Einzelrechteklärung entbehrlich macht. 

Dreizehn namhafte Rechtsexperten und Vertreter deutscher Kulturinstitutionen, die sich mit der Bewahrung von Kulturgut beschäftigen, haben sich zu dieser gemeinsamen Erklärung zusammengefunden, um den Diskurs in der Urheberrechtsdebatte in Hinblick auf das kulturelle Erbe voranzubringen – einen Diskurs, der seit Jahren geführt wird und Mitte November in Berlin fortgesetzt wird. Die Veranstaltung wird von der UNESCO Kommission unterstützt und gefördert.